Drogen, Schwangerschaft und Lebensentwicklung der Kinder

19/10/2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Drogen, Schwangerschaft und Lebensentwicklung der Kinder

Das Leiden und Sterben von Kindern in drogenkranken Familiensystemen, so wie das der Kinder Kevin in Bremen oder Karolina in Memmingen, hat für diese Kinder undenkbare Lebensbedingungen erkennbar werden lassen – diese Kinder erlitten ein unvorstellbares Martyrium.

Bei genauerer Analyse der Hintergründe des Lebens und des Sterbens dieser Kinder wurde deutlich, dass die Gruppe dieser hochbelasteten Kinder im Kontext suchtkranker Familiensysteme nicht Teil einer Mikro-Subkultur ist. Die große Anzahl der Kinder, die mit schweren Störungen bei ihren suchtkranken Eltern aufwachsen, verlangt vielmehr, diese Gruppe als Teil unserer Makro-Welt zu verstehen – und ihre besondere Belastung deutlich wahrzunehmen. In diesem Buch wird durch eine komplexe interdisziplinäre Analyse diese Lebensentwicklung „dechiffriert“.

Dabei werden auch die professionellen Systeme in die Analyse mit einbezogen, denn die Familiensysteme dieser Kinder entwickeln sich in einer spezifischen Interaktion zu professionellen Helfersystemen.Häufig genug werden hierbei die schweren Störungen in diesen Familien auch vom professionellen Helfer „nicht wahrgenommen“.

Daher gilt es zu fragen: Welche Ursachen in diesen Familien und auch in den professionellen Systemen waren verantwortlich für die Entwicklung dieser schweren Störungsbilder und die Lebensdramen dieser Kinder?

Um diese Fragestellung zu beantworten, wurden die Daten aus 10 Jahren stationärer Therapie suchtkranker Familiensysteme ausgewertet. Die Ergebnisse werden in diesem Buch erstmals veröffentlicht.

Diese differenzierte Analyse gibt Einblick in die hochgradigen Risikofaktoren, denen die Kinder in ihrer vorgeburtlichen und nachgeburtlichen Lebensentwicklung ausgesetzt waren, und sie beschreibt die manifesten Störungsbilder als zwangsläufige Folge dieser Entwicklungsbedingungen.

Aufschlussreich und beeindruckend ist hier die Gegenüberstellung der verschiedenen Konsummuster der Mütter in „ihren“ Schwangerschaften:

– Polytoxikomane Abhängigkeit ohne Substitutionstherapie

versus

– Polytoxikomanie und Abhängigkeit mit Substitutionstherapie und einem z. T. extremen Beikonsum

Welches sind die Folgen dieser Konsummuster und wie unterscheiden sich die Störungsbilder der Kinder dieser beiden Gruppen nachgeburtlich?

Wie sind die Statements der Wissenschaften, der Praxis und der die Substitutionsmittel herstellenden Pharmaindustrie zum Thema Substitution in der Schwangerschaft und Stillzeit?

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